SMOS aufsetzen, konfigurieren und die Zwangsdonation deaktivieren.


Worum geht es hier eigentlich?

Schon mal den Begriff Bitcoin gehört? Nein? Dann erspare Dir die Mühe und überspringe einfach dieses Kapitel – Außer Du möchtest was dazu lernen und deinen Horizont erweitern, dafür ist bekanntlich immer Gelegenheit.
Ich möchte mich hier auch gar nicht im einzelnen mit den Für- und Wider- der Sache auseinandersetzen oder gar das technische Gefransel dahinter entflechten, sondern denjenigen unter die Arme greifen, die sich bereits für das Dafür entschieden haben und ggf. etwas Unterstützung beim aufsetzen eines Systems (Rig) benötigen :-p

Ein Rig ist im Endeffekt ein Computer, der mehrere Grafikkarten besitzt und diese zum sogenannten minen verwendet.

In diesem Beispiel verwende ich ein Rig, welches aus folgenden Teilen besteht:

SMOS ist eine Linux Distribution, welche auf das wesentliche, was man zum Scrypt-Mining benötigt, minimiert und optimiert ist. Es basiert auf einer equivalenten und ausgereifteren Linux Distribution namens BAMT. BAMT ist bereits ein paar Tage älter und etabliert in der Szene, allerdings ist BAMT auf das SHA256-Mining spezialisiert, welches mit Grafikkarten heute nicht mehr ertragreich ist und für meinen Zweck nicht das Optimum bietet. Ein findiger Abstauber hat die Chance gewittert und ein paar Codezeilen und die meisten Symbole abgeändert. Seit dem vermarktet er es unter den Namen SMOS und versucht auf jegliche weise Spenden (Donations) abzugreifen. Dazu aber später mehr.

Vorbereitung, Installation und Konfiguration

Zunächst benehmen wir uns verhaltenskonform und laden uns hier die aktuelle SMOS Version herunter und entpacken sie. Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist es v1.3.

wget http://www.smos-linux.org/SMOS-Linux1.3-2GB.zip
unzip -x SMOS-Linux1.3-2GB.zip

Danach müssen wir das Image auf den USB Stick schreiben. Überprüft den Laufwerskbuchstaben lieber ein mal mehr, als zu wenig. Es kann ansonsten zu einen Datenverlust führen.

Linux:

sudo dd if=/home/SMOS-Linux1.3-2GB.img of=/dev/sdc bs=1M 

Mac:

sudo diskutil unmountDisk /dev/disk3
sudo dd if=/path/to/SMOS-Linux1.3-2GB.img of=/dev/rdiskX bs=1m 
sudo diskutil eject /dev/disk3

Damit ist der USB-Stick Startbereit. Nun können wir ihn an das Rig anschließen und dieses starten.
Anmerkung: Bitte prüft im BIOS, ob die Startreihenfolge den USB-Stick als erstes bootet. Wenn nicht, ändert dieses entsprechend.

Nachdem das Rig nun gestartet ist, legt es auch direkt los. Aber wie? Schließlich haben wir noch keinerlei Pooldaten oder ähnliches eingepflegt. Ein Blick in die cgminer.conf könnte mehr verraten. Also habe ich kurzerhand über den Router die IP-Adresse des Computers in Erfahrung gebracht (in meinem Fall 192.168.0.23) und öffne eine neue Session in meinem Browser und gebe in der Adresszeile folgendes ein

192.168.0.23:8080

Anmerkung: In diesem Fall darf kein Proxy dazwischen sein, da wir ansonsten nicht innerhalb des Netzwerkes agieren können.

und gelange direkt auf die Startseite meines Rigs. Aber moment, die Seite verlangt ein Passwort. Ahja, klar. Ergibt Sinn:

donate

(Passwortdatei liegt in Klartext unter /home/password.txt bereit und kann geändert werden.)

Das Bild spiegelt eins meiner fertig konfigurierten Rig’s wieder und dient lediglich als Beispielbild. So oder so ähnlich sollte es nun bei Euch aussehen. Die Grafiken und Statistiken sind meines erachtens nach selbsterklärend, sollte es Fragen dazu geben, gern in die Kommentare 🙂

Unter den Grafiken hat mehrere elementare Möglichkeiten, wie z.B. das Rig neu zu starten oder das minen zu beenden.

Wir wählen CGMiner Config: Change um in die Konfigurationsdatei von den laufenden CGMiner zu gelangen.
Meine Konfiguration für drei Sapphire R9 280X sieht wie folgt aus:

{
"pools" : [
	{
		"url" : "stratum+tcp://us.clevermining.com:3333",
		"user" : "Bitcoin Wallet Adresse",
		"pass" : "x"
	},
	{
		"url" : "stratum+tcp://middlecoin.com:3333",
		"user" : "Bitcoin Wallet Adresse",
		"pass" : "x"
	}
],
"failover-only": true, 
"api-listen" : true,
"api-port" : "4028",
"api-allow" : "W:127.0.0.1,192.168.0.24",
"intensity" : "13",
"vectors" : "1",
"worksize" : "256",
"kernel" : "scrypt",
"lookup-gap" : "0",
"thread-concurrency" : "14336",
"shaders" : "0",
"gpu-engine" : "1060",
"gpu-fan" : "0-85",
"gpu-memclock" : "1500",
"gpu-memdiff" : "0",
"gpu-powertune" : "20",
"gpu-vddc" : "0.000",
"gpu-dyninterval" : "7",
"gpu-platform" : "0",
"gpu-threads" : "2",
"temp-cutoff" : "95",
"temp-overheat" : "85",
"temp-target" : "70",
"auto-fan" : true,
"expiry" : "120",
"hotplug" : "5",
"log" : "5",
"no-pool-disable" : true,
"queue" : "1",
"scan-time" : "30",
"scrypt" : true,
"temp-hysteresis" : "3",
"shares" : "0"
}

Wer meine vorherigen Artikel gelesen hat, dem fällt vielleicht auf, dass ich den API Zugriff seitens meines Raspberry Pi’s freigegeben habe. Dieses habe ich bei jeden meiner Rigs eingestellt, da ich so den Stand der Dinge Zentral über den Raspberry nachvollziehen kann. Wie das gelingt, beschreibe ich später näher.

Falls Ihr eine andere GPU nutzt, empfehle ich Euch einen Blick in die SMOS-Konfigurationsliste zu werfen und Euch ggf. daran zu orientieren oder gar zu richten.

Nachdem die Config bearbeitet wurde, klicken wir auf Update Config! und gehen zurück auf die Startseite. Dort angelangt müssen wir nun auf Mine Restart: Restart klicken, damit die Änderungen greifen. Nach einer kleinen Pause sollte das Rig wieder anlaufen und über Euren Pool laufen.

Die Zwangsdonation, Betrug der Nutzer und Raub der Erfinder!

Tja, wer jetzt denkt, „Fertig, Bier her!“, dem fällt spätestens nach ein paar Tagen auf, dass sein Rig seltsamerweise jede Nacht 15 Minuten aufhört für einen zu hashen. Wer jetzt seinen Internetprovider kontaktieren möchte, dem sei gesagt, dass er sich die Mühe ersparen kann.
Wie ich Eingangs bereits anriss, hat jemand ein bestehendes Betriebssystem (BAMT), welches etliche Stunden gedauert hat zu konfigurieren und compilieren, genommen, zwei bis drei Änderungen am System vorgenommen, ein neues Logo verpasst und umbenannt (SMOS). Dieser jemand, der eine kostenfreie Software fast ausschließlich nur umgelabled hat, ist nun der Meinung dafür entlohnt zu werden. Da die Masse dieses offensichtlich anders sah und ihn nicht den gewünschten Zuspruch in Form von Spenden zukommen ließ, entschied sich der findige Mann für eine offensivere Methode. Er implementierte eine 15 minütige Pause, in der Euer Rig nicht für Euch hashed, sondern für Ihn. Ja richtig. 15 Minuten am Tag klaut er jedem Nutzer von SMOS die Hashpower. Nicht nur weil eine Spende meiner Meinung nach Freiwillig sein sollte, wenn nicht gar sein muss, empfinde ich diesen Sachverhalt als äußerst unschön, sondern viel mehr, weil er ein bestehendes Produkt genommen hat, lediglich sein Logo anbrachte und nun der Meinung ist, unendlichen Zuspruch in Form von Spenden dafür zu erhalten.

Seitens des SMOS-„Entwicklers“ hat er sich einfacher Methoden bedient, die man ebenso simpel aushebeln kann. Er nutzt die Eigenschaften des Webservers gepaart mit Cronjob um seine Missetat eine jede Nacht zu verüben.
Zunächst verbinden wir uns via SSH als root-Nutzer mit den Rig.

ssh 192.168.0.23 -l root

Dort löschen wir zunächst die Dateien, die für das nächtliche Vorhaben notwendig sind.

cd /home/ 
rm .script.sh .update.sh .donate.conf

Nun löschen wir noch die entsprechenden Verweise in den Cronjobs.

crontab -e

Geschafft. Nun wird dieses Rig nie mehr für jemand anderen arbeiten 😉

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